Grundsätze von GEP


 

Ressourcenorientierung

 

Unter Ressourcenorientierung verstehe ich den Ansatz, dass die in von einem Menschen gezeigten Verhaltensweisen für ihn/sie, im Sinne des Systems sinnvoll und wertvoll sind, sprich gebraucht werden. Eine wertschätzende Haltung, Empathie, gegenüber der „Eigenart“ jedes Einzelnen als Voraussetzung für systemisches Arbeiten.

Hier setzt auch die Gewaltpädagogik an. Jedes Individuum setzt für sich selbst Handlungen, die dem Beobachter nicht immer „sinnvoll“ erscheinen. Für den Einzelnen hat das Verhalten einen Grund. Einerseits ist es notwendig, die sichtbaren Ressourcen zu stärken, andererseits entscheidend, auch die „versteckten“ Ressourcen zum Vorschein zu bringen. Das „System“ Mensch funktioniert. Ziel ist es in der pädagogischen Arbeit eine erfolgreiche Hinwendung zu den offensichtlichen als auch das Entdecken der latenten Ressourcen zu ermöglichen.

 


Lösungsorientierung

 

Lösungsorientierung ist eine Haltung, die davon ausgeht, dass es immer einen für das System sinnvollen nächsten Schritt gibt. Jeder Mensch trägt die Lösung in sich selbst. Der Blick ist oft auf das Problem gerichtet. Das ist für die Lösungsfindung nicht hilfreich. In der Leitung richte ich mein Augenmerk auf die Lösung. Die Lösung findet der/ die Teilnehmer nicht durch vorgefertigte Vorschläge der Leitung, sondern im Prozess der Auseinandersetzung mit sich. Es gilt nun die Wahrnehmung dahingehend zu schulen, Lösungshinweise, die sich im Arbeitsprozess ergeben wahr zu nehmen und als solche zu erkennen.

 

 


Prozessorientierung

 

 

 

Die Voraussetzung dafür Prozess orientiert zu arbeiten, liegt in der Wahrnehmung. Was nehme ich in der Gruppe, oder bei einem Klienten wahr? Das ist meines Erachtens die Entscheidende Frage. Mit dem was ich möglichst wertneutral wahrnehme, arbeite ich. Ich nehme das was da ist um anzuknüpfen. In der Prozessorientierung ist meist nicht absehbar, welche Wendung oder Richtung ein Prozess macht. Hilfreich dabei ist ein oftmals vorgegebenes Ziel. 

Entscheidend ist, dass ich ein Repertoire an Methoden mitbringe, um im Prozess angemessen reagieren zu können.

„Der Weg ist das Ziel“ – wenngleich dieser Satz schon abgenützt erscheint, verdeutlicht er für mich doch sehr klar worum es in der Prozessorientierung geht. Ein Weg, der nicht vorgegeben ist, ermöglicht die Entwicklung des Individuums.

 

Die Prozessorientierung ist eng verknüpft mit der Wahrnehmung von Phänomenen, was mich nun zum nächsten Punkt führt.

 


Begleitung

 

Im Folgenden werde ich mein Verständnis von Begleitung erörtern. Hierbei erscheint es mir nicht sinnvoll, verschiedene Ansätze zu vergleichen, sondern ich möchte mich auf meine Sicht auf diesen Aspekt meiner pädagogischen Tätigkeit eingrenzen.

Begleitung bedeutet für mich ein „Da sein“ für den jeweils anderen. Ein nebeneinander gehen oder vielleicht noch besser ausgedrückt ein beistehen. Ich biete mich an anstatt mich aufzudrängen.

Begleitung und Kommunikation passiert nur zu einem kleinen Teil auf der verbalen Ebene. Der weit größere Teil ist nonverbal.

In der Begleitung ist es notwenig, mit seinem Gegenüber, in Resonanz zu gehen, sprich die in seinen Schilderungen mitschwingenden Gefühle wahrzunehmen.

 


Perspektivenerweiterung

 

In der pädagogischen Arbeit geht es meines Erachtens darum, die Perspektive der/des Klienten/in zu erweitern. Eine Erweiterung des eigenen Blickwinkels ermöglicht Veränderung, Entwicklung und Wachstum. „Die systemische Erlebnispädagogik arbeitet daran, neue Lernräume zu öffnen für pädagogische und persönliche Prozesse“ (Grote, 2006, S.9). Die damit verbundene Frage ist, wie kann ich dem/der Klienten/in ermöglichen zu einem Thema neue Ansichten zu entwickeln, wahr zu nehmen und zu erleben. Diesen Prozess der Perspektivenerweiterung, kann ich durch ein reichhaltiges Methodenrepertoire unterstützen. Die Palette reicht von Naturerfahrung, Kreativtechniken über Szenische Darstellung, bis hin zur rituellen Gestaltung.

Ein hoher Grad an Situationsspezifität ist hinsichtlich der Erweiterung individueller Perspektiven eine grundlegende Voraussetzung im pädagogischen Prozess.


Kontakt

 

Grundvoraussetzung jeglicher pädagogischen Tätigkeit ist für mich das Herstellen und Halten von Kontakt. Unter dem Begriff „Kontakt“, verstehe ich das direkte Erreichen eines Klienten, ein Prozess, bei dem beide Parteien in ihrer Seele berührt werden und sich an ihren Grenzen begegnen.